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Aufbau der Zukunfts-Studie "Delivering Tomorrow"
Die Delphi-Methode wurde Anfang der 1950er Jahre von der RAND Corporation (Research ANd Development) entwickelt. Dieser "US-Thinktank" setzte sie während des Kalten Krieges ein, um den Verlauf militärischer Entwicklungen einzuschätzen.
1964 machte die Delphi-Methodik von sich reden, als sie den Siegeszug des Computers erfolgreich voraussagte. Experten werden in einem mehrstufigen Prozess mit verschiedenen Thesen konfrontiert und um eine Einschätzung gebeten. Dadurch liefern Delphistudien oftmals genauere und stimmigere Zukunftsprognosen als allgemeine Umfragen.
Experten aus aller Welt
Um Antworten auf die komplexe Fragestellung der Delphistudie "Delivering Tomorrow - Kundenerwartungen im Jahr 2020 und darüber hinaus" zu finden, mussten Fachleute aus Theorie und Praxis zusammenkommen. Daher wurde zunächst mit Theoretikern und Praktikern (darunter Vorstände renommierter internationaler Unternehmen und Wissenschaftler aus Ökonomie, Zukunftsforschung und Logistik), den sogenannten "Spezialisten", mögliche Entwicklungen für das Jahr 2020 diskutiert.
Diese Entwicklungen wurden verdichtet und in einem umfassenden Fragenkatalog an 900 Industrieexperten (ausgewählte Kunden des Konzerns) zur Einschätzung vorgelegt. Das Panel der Industrieexperten umfasste Praktiker aus den unterschiedlichsten Industriezweigen und Branchen. Die Teilnehmer der Studie stammen aus aller Welt, was eine globale Perspektive auf die Themen sicherstellt. Die Mehrzahl lebt und arbeitet in Europa. Über ein Viertel von ihnen ist in Vorstands- oder Geschäftsführungspositionen tätig. Somit basiert die Studie auf den Einschätzungen von Führungskräften mit langjähriger unternehmerischer Erfahrung und internationalem Hintergrund.
Zukunftsprognose in vier Schritten
Gemäß der Delphi-Methodik wurde die Studie "Delivering Tomorrow - Kundenerwartungen im Jahr 2020 und darüber hinaus" in mehreren Schritten umgesetzt, um ein möglichst präzises und ausgewogenes Bild der Kundenbedürfnisse im Jahr 2020 zu erhalten.
Nach intensiven Gesprächen mit den Spezialisten im Juni bis August 2008 wurden die Ergebnisse zu insgesamt 81 Zukunftsthesen verdichtet (Schritt 1) und den Industrieexperten zur Bewertung vorgelegt (Schritt 2). Diese bewerteten im September und Oktober 2008 die Wahrscheinlichkeit des Eintretens einer bestimmten Entwicklung sowie den möglichen Zeitpunkt des Eintretens - entweder 2015, 2020 oder nach 2020.
In einer zweiten Befragungsrunde, die im November 2008 durchgeführt wurde, wurden den teilnehmenden Industrieexperten nochmals 20 Thesen vorgelegt, deren Beurteilung in der ersten Abstimmungsrunde besonders kontrovers war (Schritt 3). Vor dem Hintergrund des allgemeinen und ihres individuellen Abstimmungsergebnisses konnten sie hier ihre Einschätzungen nochmals überdenken und gegebenenfalls verändern.
Die zusammengeführten Abstimmungsergebnisse der beiden Befragungsrunden wurden in einer finalen Runde im Januar 2009 ausgewählten Spezialisten zur vertieften Diskussion vorgelegt. Sie wurden in Interviews um ihre qualitative Bewertung des Zahlenmaterials gebeten (Schritt 4). Das Ergebnis dieser Diskussionen und Interviews floss dann in verschiedene Zukunftsszenarien ein.
Dieses mehrstufige Vorgehen ebenso wie die Expertise der Spezialisten und die Praxiserfahrung der Industrieexperten ermöglichen eine ausgewogene und umfassende Einschätzung zukünftiger Herausforderungen und Chancen. Die unterschiedlichen Expertenmeinungen addieren sich wie Mosaiksteine zu einem diversifizierten Bild globaler Entwicklungen, Kundenerwartungen und wirtschaftlicher Rahmenbedingungen in den nächsten zehn Jahren und darüber hinaus. In ihrer umfassenden Verknüpfung von Theorie- und Praxiswissen sowie in ihrer globalen Ausrichtung ist die vorliegende Studie wegweisend.